17.01.2026 – Anlasser kaputt

Eigentlich wollten wir heute Morgen weiter zur nächsten hübschen Insel, also haben wir aufgeräumt, alles segelsicher verstaut und dann sollte es losgehen. Ich gehe zum Anker nach vorn und Andreas startet den Motor…aber es bleibt ruhig. Der Motor springt nicht an, kein Mucks ist zu hören. Der Anlasser tut nicht das was er soll, anlassen…

Einige Zeit später und nach Ausschluss aller anderen Probleme, ist sicher, der Anlasser ist kaputt, tief im Inneren seines rostigen Gehäuses.

Unsere einzige Chance ist Dimar, ein begnadeter Mechaniker in der Lintonbay-Marina. Zu ihm nimmt Andreas Kontakt auf. Er sichert uns zu, uns zeitnah zu helfen, nur muss der Anlasser die 8 Segelstunden zurück in die Marina. Aber  auch das ist dank der tollen community kein allzu großes Problem. Die Whatsapp Gruppen sind perfekt dafür. Segler aller Nationen sind vertreten, alle unterstützen sich untereinander. Eine Anfrage und 20 Minuten später, meldet sich ein Segler, der zufällig hier vor Chichime liegt und morgen weiter nach Linton segelt. Er schickt uns seinen Standort, wir lassen das Dingi ins Wasser, Anlasser, gut verpackt, rein und wir suchen unseren Helfer. Dort angekommen, werden wir noch mit Kaffee und Keksen versorgt 👍. Morgen früh, 6.00 Uhr, geht das Teil zurück nach Linton. José, der Dockmaster und Simon, ein Deutscher dort vor Ort, wissen auch schon Bescheid und werden sich um den Weitertransport kümmern. Noch am selben Abend fährt jemand den Anlasser nach Sabanitas, dort hat Dimar seine Werkstatt. Es funktioniert perfekt, das Netzwerk, ganz ohne DHL und UPS 😉

Wir bleiben einfach hier am Anker, uns bleibt auch keine andere Wahl, aber es gibt schlechtere Orte, um auf eine solche Reparatur zu warten.

Wie es weitergeht, wie der Anlasser hierher zurück findet….das wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Der Anlasser ist ziemlich verrostet, wir hoffen, dass Dimar ihn zum Leben erwecken kann

16.01.2026 – Chichime

Nach dieser Nacht sind wir froh, an Land gehen zu können. Gleich nach dem Frühstück lassen wir das Dingi runter und tuckern zum Strand und machen das, was man hier am besten machen kann…abhängen…

Wir umrunden die Insel in ca 30 Minuten. Chichime ist eine von 365 Inseln hier im Guna Yala Gebiet und sie ist nicht die kleinste. Hier gibt’s das, was es auf allen dieser Inseln gibt, Kokospalmen, Hängematten, ein paar Bretterbuden, nette Leute und Bier 🍺

Als Andreas im Dezember 2025 hier war, hat er einem Guna eine deutsche Flagge versprochen. Die liefern wir ab und sie wird auch sofort aufgehängt.

Am Nachmittag kommen Fischer an unsere Minna und bieten uns frische Langusten an. Also gibt’s heute Abend Langusten. Zwei Stück, nicht sehr groß, aber für nur 10 $. Die beiden Gunas teilen und reinigen sie für uns, so können wir sie direkt in die Pfanne geben.

Vorn ich, im Hintergrund die Minna

Nun hängt hier auch eine deutsche Flagge 😉

Tomalandu, das Motto: Prost auf guna

Ich trink lieber das Wasser einer selbstgeschlachteten Kokosnuss

Langusten für uns…

Klein, aber lecker

15.01.2026 – 42 sm nach Chichime

6.00 Uhr klingelt der Wecker, aber wir sind nicht die Schnellsten und kommen erst kurz nach 8.00 Uhr los. Unser Stegnachbar hilft uns beim Leinen lösen und wir verlassen die Lintonbay-Marina. Das Wetter ist ok, nicht sehr sonnig, wenig Regen, mäßiger Wind und die Wellen nicht zu hoch. So segeln wir bis 15.30 Uhr, der Anker fällt und wir sind fest. Der Abend und die folgende Nacht werden sehr unschön. Ein stundenlanges Gewitter mit Starkregen tobt über uns, danach kommt der Wind. Wir schauen ständig, mit Kopflampen bewaffnet, nach vorn, ob der Anker ok ist, geben Kette nach und beobachten die anderen Boote in der Bucht. Überall sehen wir Licht von Taschenlampen, den anderen ist scheinbar auch nicht wohl….

Schlafen gehen ist schwierig, so bleiben wir im Salon und beobachten den Ankeralarm.

Gegen 2.00 Uhr lässt der Wind nach, auch der Regen ist vorbei, den Rest der Nacht kämpfen wir mit dem Schwell. Wir rutschen von links nach rechts und zurück im Bett.

Auf dem Weg nach Chichime

Angekommen

Die Guna Yala Flagge muss hoch

Ob es sinnvoll ist, wissen wir nicht genau, aber wir packen alle elektronischen Geräte in den Backofen während des Gewitters

14.01.2026 – Affenliebe

Bevor wir morgen Richtung Guna Yala Gebiet aufbrechen, wollen wir heute mit dem Dingi zur Affeninsel, gegenüber der Lintonbay-Marina. Dort soll es wilde Affen geben. Wir packen Bananen, Gurke und Tomate ein und machen uns auf den Weg dorthin. Kurz vor uns ist schon ein anderes Boot mit ein paar Leuten angekommen. Wir fahren ein Stück abseits davon auf den Strand und gucken uns erstmal um. Das andere Boot verschwindet auch schon und da sehen wir am Strand auf einem dicken Ast eine Affendame sitzen. Wir bieten ihr unsere Leckerein an und sie scheint alles zu mögen. Ganz vorsichtig nimmt sie ein Stück nach dem anderen aus unseren Händen. Nach unserer Fütterung laufen wir ein Stück weiter am Strand und in ein paar Metern Abstand folgt sie uns, manchmal sogar stehend, auf den Hinterbeinen. Wir setzen uns auf einen Baumstamm und sie setzt sich direkt hinter mich und drängt mich sachte weg. Als ich dann aufstehe krabbelt sie, wie selbstverständlich, auf Andreas Schoß und umarmt ihn….damit haben wir sogar nicht gerechnet 😉 erst ist Andreas etwas ängstlich, immerhin ist sie ein wildes Tier, aber sie ist sehr vorsichtig und kuschelt sich fest an seinen Körper….unglaublich….dann lässt sie von ihm ab und wir können weiter gehen. Ob sie Nähe brauchte oder sich fürs Essen bedanken wollte? Wir wissen es nicht, aber es war ein tolles Erlebnis….

Anschließend fahren wir zur Isla Grande, auch diese Insel liegt direkt neben der Marina…die Insel ist mit kleinen, farbenfrohen Häusern bebaut, scheinbar kann man hier auch Unterkünfte buchen. Die Menschen sind auch hier sehr freundlich, das karibische Flair ist allgegenwärtig.

Am Abend treffen wir uns mit Louis, dem Schweißer aus der Marina, zum Pizzaessen.

Wir legen uns nicht allzu spät schlafen, morgen klingelt 6.00 Uhr der Wecker….

Mit Louis sind wir heute Abend verabredet

Von Patrick müssen wir uns heute auch verabschieden

ganz vorsichtig nimmt sie das angebotene Essen

   

    

Sie war sehr anhänglich 😉

Isla Grande

Ein kleiner Vorgeschmack auf die San Blas Inseln

Karibisches Treiben

Jesus am Kreuz…und das mitten im Wasser

Ein Abend mit Louis