12.02.2023 – 390 sm nach Santa Marta

Am Morgen ist es ziemlich windig in der Ankerbucht Spanish Water und wir überlegen, ob wir heute tatsächlich aufbrechen sollten, oder vieleicht doch erst morgen. Da das Wetterfenster bis nach Santa Marta aber für die nächsten Tage gut aussieht, lichten wir gegen 11.00 Uhr unseren Anker und machen uns auf den Weg nach Kolumbien. Es wird wahrscheinlich eine 3 Tages-Tour und wir hoffen, auf gute Winde. Die Ausfahrt aus dem sehr engen Fahrwasser am Barbara Beach ist spannend und wir sind heilfroh ohne Grundberührung das offene Meer zu erreichen.

Der Wind schiebt uns regelrecht, auch wenn er ziemlich stark weht, fühlt es sich nicht unangenehm an, da er fast von hinten kommt und so nicht so spürbar ist. Die Minna ist mal wieder richtig schnell, mit durchschnittlich 9 Knoten gehts die Westseite von Curacao nach Norden, vorbei an Willemstad. Nun drehen wir nach Westen ab. Ca Mitternacht segeln wir an Aruba vorbei, nur die Lichter der Insel sind zu sehen. Leider begleitet uns diesmal kein Vollmond, so ist sehr dunkel und die Küste Arubas nur zu erahnen….wir legen an diesem Tag ca 90 sm zurück.

Der Barbara Beach, die schmalste Stelle der Ausfahrt

Willemstad, diesmal vom Meer aus betrachtet

8,8 Knoten…das ist für die Minna ziemlich schnell

11.02.2023 – Dingitour durch Spanish Water….

Die junge Frau von der Autovermietung meldet sich per Whatsapp, ca. 11 Uhr wird das Auto am Hafen abegeholt. Bis dahin ist noch genügend Zeit um zu frühstücken und ein wenig aufzuräumen.

Pünktlich 11 Uhr treffen wir einen Mitarbeiter der Autovermietung und geben den Schlüssel zurück. Alles völlig entspannt und unkompliziert. Nun sind wir wieder Fußgänger bzw. Dingifahrer und wollen uns Spanish Water vom Wasser aus anschauen. Es gibt einige Einbuchtungen mit jeweils kleinen Häfen, viele Boote hängen an Muringbojen oder liegen vor Anker. Einige davon scheinen verlassen und seit Jahren hier zu liegen.

Da wir höchstwahrscheinlich morgen Richtung Kolumbien starten werden, geben wir bei Uncle J., einem kleinen, offenen Restaurant direkt am Wasser, unsere letzten Antillen-Gulden aus. Die brauchen wir nach unserer Abreise nirgendwo mehr…..Wir essen und trinken etwas und schauen zu, wie höchstens 5-6 jährige Kinder das Segeln lernen. Eine ganze Trupper kleiner Mädchen und Jungen machen das schon richtig gut und scheinen überhaupt keine Angst zu haben….bemerkenswert…

Anschließend tuckern wir noch ein wenig durch die Bucht, aber es ist sehr windig und wellig und bald sind wir komplett nass, die vorbei rasenden Jetskis und Motorboote haben einen großen Anteil an unseren nassen Klamotten…wir steigen besser auf unsere Minna und schauen uns dieses wilde Treiben von Bord aus an. Heute ist Samstag und scheinbar jeder Einwohner Curacaos ist auf dem Wasser. Partyboote, Surfer, Jetskis, Motorboote in allen Größen, Fischerboote und Segler…alle sind unterwegs heute.

Wir ruhen uns besser noch ein bisschen aus, die nächsten Tage werden vorraussichtlich sehr anstrengend. Vor uns liegen ca. 380 sm bis nach Santa Martha in Kolumbien. Das Wetterfenster scheint uns aber passend, die Wellen nicht allzu hoch und der Wind moderat.

Hinter mir, der Mietwagen, wird gerade abgeholt.

Nun sind wir wieder Fußgänger

Wunderschöne Grundstücke mit wunderschönen Häusern drauf

Unser Blick aus der kleinen Bar

Zurück zur Minna

10.02.2023 – Tugboat Beach und Beekenburg

Heute ist ein Strandtag auf dem Plan. Freunde haben uns empfohlen, den Tugboat Beach zu besuchen. Dort kann man an Korallenbänken schnorcheln und ein Wrack aus nur wenigen Metern Wassertiefe bestaunen. Der Strand ist ganz in der Nähe unseres Ankerplatzes bzw. des Dingistegs. Nur ein paar Minuten mit dem Auto, vorbei am Fort Beekenburg, eine Festung aus dem 17. Jahrhundert. Der Tuboat Beach hat keine wirklich schöne Aussicht, aber das kleine, urige Lokal entschädigt uns für die Aussicht auf ein Ölbohrschiff direkt nebenan. Es stehen ein paar Sonnenliegen am Strand, das Wasser ist glasklar und wir bekommen Besuch von einem neugierigen Leguan. Das Schnorcheln lohnt sich wirklich, es gibt Einiges zu sehen, bunte Fische, eine Minimuräne, Seeigel, Korallen und natürlich das Wrack in nur wenigen Metern Tiefe.

Anschließend machen wir es uns auf der kleinen Terasse gemütlich und lernen zwei lustige Holländer kennen. Kaum sind die Beiden gegangen, gesellen sich vier Kanadier zu uns. Es wird ein schöner, interessanter Nachmittag. Wir trinken darauf, dass es momentan in Kanada -28 Grad sind und freuen uns über die Sonne hier.

Auf dem Rückweg halten wir an am Fort Beekenburg. Diese Festung stammt aus dem 17. Jahrhundert und diente als Verteidigunsanlage gegen Piraten, aber auch Briten und Franzosen konnten von hier aus erfolgreich abgewehrt werden. Sogar einige Kanonen stehen noch an ihrem Platz, der Ausblick wird leider von einer nicht so schönen Bohrinsel getrübt.

Da wir morgen früh den Mietwagen wieder abgeben müssen, fahren wir noch zu einer Tankstelle, um die Benzinkanister für den Außenborder aufzufüllen. Dann noch den Mietwagen betanken und unsere „sieben Sachen“ aus dem Auto räumen. Per Whatsapp werde ich nachher die Abholung des Autos für morgen vormittag vereinbaren.

Die Aussicht ist nicht ganz so schön

Aber die Einrichtung ist urig und besonders…

Ein fast zahmer Leguan

Zwei nette Holländer leisten uns Gesellschaft

Die Beekenburg

So muss sich Münchhausen gefühlt haben 😅

09.02.2023 – Mit dem Auto nach Willemstad und Porto Mari

Wir beschließen heute noch einmal nach Willemstad zu fahren. Die Stadt hat uns sehr gut gefallen und wir möchten gern etwas frisches Obst und Gemüse kaufen. Der schwimmende Markt am Waaigat, wo sonst wohl venezolanische Bauern ihre Waren anbieten, so haben wir gelesen, findet aus politischen Gründen momentan nicht wirklich statt, aber trotzdem haben wir dort einige Händler gesehen, bei denen wir uns mit Bananen, Tomaten, Knoblauch und Paprika eindecken.

Wir parken etwas außerhalb und laufen den Rest in die Innenstadt, vorbei am Busbahnhof, an dem wir vorgestern schon in Willemstad angekommen sind. Gleich daneben steht ein rießiges, rundes, offenes Gebäude, in dem ebenfalls Markt stattfindet. Hier bekommt man alles, was man braucht oder auch nicht…Souvenirs, Gewürze, Klamotten, seltsame Wunder- und Heilmittel, Lebensmittel…. Wir bestellen uns eine ordentliche Portion Hühnchen mit Linsenreis. Es sieht etwas merkwürdig aus, aber es schmeckt köstlich. Danach entdeckt Andreas mal wieder tolle Kopfbedeckungen und will natürlich auch sofort einen neuen Hut haben. Die Verkäuferin und ich begutachten ihn und befinden es für gut. So kann er sich vor der Sonne schützen und sieht auch noch gut dabei aus 🥰👍

Bei unserem weiteren Stadtbummel bemerken wir, dass wohl Kreuzfahrtschiffe angekommen sein müssen. Es wimmelt von Touristen. Später entdecken wir im Stadthafen eine „Aida“ und die „Harmony of the Seas“. Wir schätzen, dass von beiden Schiffen jeweils ca. 4000 – 5000 Menschen die Stadt „überfallen“.

Am frühen Nachmittag haben wir genug von dem Trubel, wir wollen noch ein bisschen baden und schnorcheln. Es geht zum ca. 30 km entfernten Strand Porto Mari. Dieser Strand ist wohl einer der schönsten Curacaos, dort wollen wir den Sonnenuntergang genießen. Es ist tatsächlich wirklich toll hier, weißer Sand, Palmen, es gibt ein Restaurant, man kann schnorcheln und einige Fische haben wir auch entdecken können.

Wir kommen erst ziemlich spät zurück, der Weg zur Minna im Dunkeln ist nicht so einfach, aber ich habe eine Kopflampe dabei, so sind wir wenigstens nicht ganz „unsichtbar“ für andere Boote, während wir im Dingi unsere Minna suchen….

Unser Mittagessen ist sehr lecker

Eine Seitenstraße….sooo schön…

Kreuzfahrtschiffe und jede Menge Menschen überfluten Willemstad

Der Hut steht ihm 👨‍🎨 😊

….das finden auch die lustigen Verkäuferinnen

Am Strand Porto Mari