28.02.2023 – Tayrona-Nationalpark

Wir frühstücken heute in der kleinen Bar am Hafen. Anschließend packen wir unsere Rucksäcke fertig und brechen auf. Wir wollen heute und morgen den Tayrona-Nationalpark besuchen. Dieses geschützte Gebiet ist ca. eine halbe Stunde mit dem Taxi entfernt. Es ist einer der meist besuchten Parks Kolumbiens, was oft zu Konflikten mit den dort noch heute lebenden Indigenen führt, Arhuacos, Kankuamos, Kogis und Wiwas leben auf diesem Gebiet, insgesamt wohl ca. 30 000 indigene Menschen.

Ca. 10 Uhr erreichen wir den Eingang des Parks. Viele Backpacker mit riesigen Rucksäcken wuseln herum. Wir sind etwas überfordert mit den Eintrittsprozedere. Erst dorthin, dann hierhin, dort ein Bändchen ans Handgelenk, hier ein Bändchen ans Handgelenk…hmmm….irgendwie etwas unübersichtlich. Dann können wir in den Park, es fahren kleine 8 Sitzer-Busse vom Eingang ein paar Kilometer rein in den Park. Mit Schrecken stellt Annabell fest, dass sie ihr nagelneues Handy auf der Toilette am Eingang vergessen hat. Große Panik bricht aus, sie fährt mit dem nächstmöglichen Bus zurück zum Eingang. Wir verabreden an Ort und Stelle auf sie zu warten und drücken ihr die Daumen, dass das Handy wieder auftaucht. Nach ca. 15 Minuten kommt mit einem weiteren Kleinbus ein Pärchen an und erkennt Fabian, da er auf Annabells Handy auf dem Startbildschirm zu sehen ist. Die beiden haben das Handy bei sich und übergeben es Fabian. Puh, was für ein Glück, es gibt sie noch, die ehrlichen Finder…. Nun müssen wir nur Annabell informieren. Fabian fährt nun auch noch einmal zum Eingang zurück und überbringt die freudige Botschaft….

Nun können wir endlich loswandern, unser Ziel ist ein Campingplatz mitten im Dschungel, dort werden wir die kommende Nacht verbringen. Der Weg ist fantastisch, mal Urwald, mal ist das Meer zu sehen, mal bergauf, mal bergab, tolle Pflanzen überall, Kokospalmen, Bananen, Lianen, fremde Gerüche von riesigen Blüten….

Nach knapp 3 Stunden erreichen wir den Campingplatz Playa Arrecifes. Kleine, 2-Mann-Zelte stehen überall verteilt, die Anmeldung befindet sich in einer offenen Rundhütte, es gibt Duschen, ein offenes Restaurant und die Möglichkeit eine Hängematte für die Nacht zu mieten. Wir beziehen unsere Zelte, die Matraze ist ok, eine Decke gibt es auch-alles super.

Wir erkunden bis zum Sonnenuntergang die Gegend, den nahegelegenen Strand, Kaimane soll es hier geben, Hinweisschilder bitten Abstand von den Tieren zu halten. Wir entdecken leider keine, vieleicht auch besser so….

Am Abend treffen wir uns zum Essen und spielen anschließend ein wenig Karten. Es ist ungewohnt ruhig hier, kein Lärm der Stadt, keine Musik vom Nachbarboot. Wir sind mitten im Urwald und gegen 22 Uhr wird sämtliches Licht gelöscht. Selbst auf den Toiletten ist es stockfinster 😉 Ich sitze noch lange im Zelt, schaue nach draußen und genieße die Nähe zur Natur. Nur durch das Mückennetz getrennt liegen wir gefühlt mitten im Wald.

Die meisten Taxis fahren mit Gas

Am Eingang des Parks

Eine Abkühlung muss sein

Angekommen und ganz schön geschafft….

Unser Schlafplatz für eine Nacht

Ein gemütlicher Abend

27.02.2023 – erst zum Arzt, dann ins Shopping-Center

Es ist Montag früh und Andreas soll sich heute morgen im Centro de Salud zum CT einfinden, da sein Arzt dem hartnäckigen Husten und der Schwellung auf den Grund gehen möchte.

Wir machen uns also am frühen Morgen auf den Weg dorthin. Mittlerweile kennen wir uns schon etwas in der Stadt aus und können dem Taxifahrer dorthin lotsen. An der Anmeldung stehen schon sehr viele Patienten, aber wir müssen nicht lange warten und werden durch den Aufnahmeprozess begleitet. Leider sind sämtliche Formulare in spanisch, aber der Übersetzer ist mal wieder sehr hilfreich dabei. Danach ist Warten angesagt, gegen Mittag haben wir es hinter uns gebracht. Das CT und der Bericht werden uns morgen per Whatsapp gesendet, wie unkompliziert…Datenschutz hin oder her….

Zurück in der Marina stärken wir uns erstmal, da das Frühstück heute Morgen ausgefallen ist. Anschließend wollen wir vier in ein Shopping-Center, um für die Beiden Langarmshirts zu organisieren. Morgen fahren wir in den Tayrona-Nationalpark, wenn es dort so viel Mücken wie in Minca gibt, wäre dünne, lange Kleidung angebracht.

Unser Ziel ist die Ocean-Shopping-Mall, ca. 3 km vom Hafen entfernt. Wir gehen zu Fuß dorthin. Das Navi zeigt uns den Weg und nach ca. 40 Minuten kommen wir dort an. Auf drei Etagen erstreckt sich das Einkaufszentrum und bietet so ziemlich alles, was man braucht. Fabian und Annabell werden fündig und erstehen jeweils ein schickes Oberteil, sehr schön dünn und mit langem Arm….

Dann kaufen wir noch einige Lebensmittel ein und machen uns auf den Heimweg zur Marina. Diesmal mit dem Taxi, da wir den Einkauf nicht durch die halbe Stadt schleppen wollen. Den Abend verbringen wir gemeinsam an Deck bei sehr warmen 30 Grad. Noch ein wenig Rucksack packen für morgen und ab in die Falle.

Im Centro de Salud

dieser junge Marinero fährt uns

durch den Hafen 😃

ihn haben wir vor zwei Wochen schon kennengelernt, ein junger Venezolaner, er verkauft Eis auf der Straße

26.02.2023 – Taganga Beach

Bevor wir los können, kommt gegen 11 Uhr der Tischler und bringt unsere Sitzbretter der Plicht zurück. Er hat sie super ausgebessert und geschliffen. Es sieht so toll aus, wir freuen uns sehr darüber. Nach einem gemeinsamen Bier verlässt er uns und wir machen uns startklar.

Eine Bucht weiter nördlich von Santa Marta liegt der Taganga Beach, der Ballermann von Kolumbien…..

Das wollen wir uns heute antun, wir fahren gegen Mittag mit dem Taxi ca. 20 Minuten zu diesem Getümmel. Und tatsächlich ist hier der Teufel los, noch dazu ist Sonntag, jeder Kolumbianer, der laufen kann, scheint hier zu sein. Es ist brechend voll, überall laute und sehr laute Musik, Bauchladenverkäufer massenhaft. Wir schnappen uns einen super Platz in einer Bar direkt am Strand. Über uns ein Sonnenschirm, vor uns ein kleiner Tisch und vier bequeme Stühle, was will man mehr. Wir bestellen uns lecker frisch gepressten Mangosaft und wenn es uns zu warm wird, gehen wir schwimmen. So verbringen wir den Nachmittag am Strand. Dann schauen wir uns dort noch ein wenig um. Ein wildes, lautes Treiben überall, tatsächlich ein wenig wie am Ballermann (glaube ich jedenfalls, weil ich noch nie am Ballermann war 🤣)

Aber ein paar Schritte abseits kann man dann doch noch das echte Kolumbien erleben, die Fischer kommen mit ihrem frischen Fang und bieten ihn zum Kauf an. Hühner, Hunde, Kinder, alle laufen am Strand entlang. Die Alten sitzen beisammen und schauen aufs Meer.

Wir beschließen nun auch noch hier am Taranga Beach zu Abend zu essen. Der Strand ist voller Menschen, die den Sonnenuntergang erleben wollen, wir beobachten ihn von unserm Tisch aus…es ist wunderschön. Das Abendessen ist sehr gut, reichlich und, wie immer und alles in Kolumbien, preiswert. Anschließend gehts mit einem Taxi für umgerechnet 3 EUR zurück zur Marina.

Alfonso, der Tischler zu Gast bei uns

Die Marineros sind sehr hilfsbereit

Am Taganga Beach, Livemusik ist Standard….

Der Strand ist voller Menschen….

 

Abseits des Trubels….

25.02.2023 – der Tag ist einfach so vergangen….

Gestern sind wir von Minca zurückgekommen. Wir sind komplett von Mückenstichen bedeckt. Vor allen Annabell und ich sind total zerstochen, es juckt wahnsinnig. Jetzt wissen wir auch, warum alle in Minca lange Hosen getragen haben 🙂

Heute passiert bei uns vieren nicht allzu viel. Annabell und Fabian gehen Wäsche waschen und kühlen sich am Pool des Mariott-Hotels ab. Lange kann man dort allerdings nicht verweilen, da die Sonne dort gnadenlos brennt und es keinen einzigen Sonnenschirm gibt. Später gehen die Beiden los, um Souveniers und kleine Mitbringsel zu kaufen. Am Abend wollen die Beiden ein romantisches Dinner in einem schönen Strandlokal genießen, Andreas und ich werden uns deshalb eine Kleinigkeit an Bord kochen und die Beiden allein ziehen lassen…..

Wir können sowieso nicht weg, da sich der Arzt für einen Besuch heute Abend noch bei uns angemeldet hat. Gegen 18 Uhr klopft es an der Minna, Dr. Braulio ist da…und er ist nicht allein gekommen. Er hat seine komplette Familie dabei. Wir bitte alle an Bord, wer lernt schon die Familie seines Arztes kennen 👌 ?? Die Tochter versucht ihr Englisch anzuwenden, um bei der Verständigung zu helfen. Der Doktor untersucht Andreas und erklärt das weitere Vorgehen. Er sieht große Fortschritte, der starke Husten klingt langsam ab und die Schwellung im Nackenbereich ist auch spürbar kleiner. Nun soll nächste Woche noch ein CT folgen. Noch heute Abend wird eine seiner Krankenschwestern zu uns kommen, um Andreas eine letzte Infusion zu verpassen….es ist Samstag Abend und die Betreuung ist perfekt….

Eine Stunde nach dem Dr. Braulio mit seiner Familie gegangen ist, kommt die angemeldete Krankenschwester mit der Spritze. Wir kennen sie schon von einem anderen Besuch bei uns.

Die Beiden wollen heute romantisch essen gehen 😉😍

der Arzt besucht uns mit seiner Familie

Später kommt dann die Krankenschwester