31.01.2026 – sehr windig…

….und das soll erst der Anfang sein, ab morgen bis ca 03.02.26 sind hier alle angespannt.

Die ersten Squalls erreichen uns im Stundentakt, es sind merkwürdige Wetterphänome, die wir schon von der Atlantiküberquerung kennen. Der Wind dreht ganz plötzlich, wird sehr stark und es gießt wie aus Eimern. Dies alles dauert meist nur kurze Zeit…

Wir lassen sicherheitshalber mehr Kette raus, haben nun ca. 60 Meter draußen. Dadurch vergrößert sich natürlich auch der Schwojekreis, hoffen wir mal, dass wir dadurch keinem anderen Boot zu nahe kommen.

Ich kann am Tag ganz gut mit diesem Starkwind umgehen, die Nächte aber sind mir ein Graus. Seitdem wir in Bequia nachts von einer Boje abgerissen sind, habe ich echte Probleme in den Schlaf zu finden und kann auch immer nur kurz schlafen, um dann wieder die Lage zu checken 🫣

 

Zwei offizielle Dokumente der Guna Regierung zu den Wetterverhältnisse für die nächsten Tage

30.01.2026 – Wetterwarnung

Heute wurde in der Whatsapp Gruppe eine Warnung der Guna Regierung, des Congressos, veröffentlicht, es wird für die nächsten Tage sehr starker Wind und vor allem hohe Wellen erwartet. Es werden keine Boote mit Touristen herkommen, die Gunas werden aufgefordert, ihre Hütten zu sichern…

Wir bemerken das besonders, weil die Ankerbucht sich immer mehr füllt. Massenhaft Segelboote wollen sich, genau wie wir, hier hinter der Insel verstecken und wir hoffen alle, dass die Anker halten und es nicht allzu doll wird.

Aber heute ist es noch ziemlich ruhig, am frühen Morgen schwimmen Delphine an der Minna vorbei. Hier, weit im Westen der Karibik, haben wir noch nicht oft welche sehen können.

Wir verbringen den Tag, wie so oft, mit kleinen Reparaturen und am Nachmittag gehen wir schwimmen….

Die Ankerbucht ist gut besucht….

Ein Eintrag aus der Whatsapp Gruppe, der Wind wird sehr stark in den nächsten Tagen…

29.01.2026 – Feuer und Rauch an Land

Für heute ist ein geplantes Abbrennen auf der Insel geplant, wann es losgehen soll, wissen wir aber nicht. Einige Segler sind aus der Bucht verschwunden, wir warten erstmal ab…

Das Abbrennen ist nötig, da es auf den Inseln ein riesiges Müllproblem gibt, vor allem Plastik und Dosen verschmutzen sämtliche Strände, eine Müllentsorgung gibt es nicht, so wird alles von Zeit zu Zeit eben verbrannt.

Nach einem guten Frühstück machen wir da weiter, wo wir gestern aufgehört haben…im Salon schleifen wir die schlimmsten Wasserschäden weg, das heißt alles an Matratzen und Polster in die Vorschiffkajüte und los geht’s.

Gegen Mittag kommt ein Guna Boot mit Lebensmitteln, wir kaufen Obst, Gemüse, Bier und ein halbes Hähnchen, ziemlich teuer das Ganze,  33 $….

14 Uhr riecht es plötzlich verbrannt, das Feuer an Land beginnt, erst noch überschaubar, aber dann doch immer größer und es qualmt extrem. Wir beschließen zu flüchten. Mit dem Dingi fahren wir zu einer kleinen Nachbarinsel, Morrodup. Auf deutsch Schildkröten-Insel, aber Schildkröten sehen wir keine 🤣.

Das Wasser ist mal wieder glasklar, der Sand schneeweiß…wunderschön hier.

Eine kleine Hütte mitten auf der Insel, dort können wir etwas zu trinken kaufen. Die 4 Gunas, die uns heute mittag Gemüse verkauft haben, sind auch hier. Die Gunafrau, die abkassiert hatte, kommt auf uns zu, ruft „Minna, Minna“… und erklärt uns, dass wir zu viel bezahlt haben, sie hat sich wohl verrechnet…sie entschuldigt sich einige Male und gibt uns 10 $ zurück. Das ist schon ziemlich nett und sehr ehrlich, wir sind total erstaunt und überwältigt…

Sie laden uns ein, uns zu ihnen zu setzen, wir lernen ein paar neue Wörter Guna, die Leute sind äußerst gastfreundlich, das erleben wir immer wieder….

Als der Rauch sich verzieht, das Abbrennen beendet scheint, machen wir uns auf den Weg zurück zur Minna. So richtig viel Lust auf schleifen haben wir nicht mehr, wir räumen auf und verschieben es auf morgen.

Wir kaufen Obst, Gemüse und was man sonst noch so braucht

Es qualmt ordentlich…

Wir flüchten nach Morrodup

Tomalandu, Prost auf Guna 🤣🤣

 

Der wandert gleich in den Topf 😒🫣

28.01.2026 – nicht viel Neues

Auch heute haben wir uns um unsere Minna gekümmert, es ist schön zu sehen, wie es schöner wird, innen und außen…

Eigentlich sollte heute ein geplantes Abbrennen auf der Insel stattfinden, aber in der Whatsapp Gruppe, die hier in der Ankerbucht sehr aktiv ist, wurde am Vormittag bekannt gegeben, dass dieses auf morgen verschoben wurde. Mal sehen, ob wir dann hier weg müssen..

Am Vormittag testen wir erstmalig Lebensmittel online zu bestellen, ein findiger, geschäftstüchtiger Guna bietet seinen Onlinezugang bei einem großen Lebensmittelmarkt am Festland an. Man ändert einfach die Kreditkartendaten und bezahlt, schickt ihm einen Screenshot von der Bestellung und er holt es dort ab und liefert direkt zum Boot. Für den Transport bekommt er eine Provision..Ein super Service 👍👍

Ansonsten das Leben seinen schon fast gewohnten Gang, basteln und am Nachmittag mit dem Dingi los. Unsere Taucherbrillen nehmen wir heute mit, es gibt ein kleines Riff. Wir wollen Fische gucken. Hoffentlich nur Kleine, denn im Dezember 25 wurde hier ein Segler von einem Krokodil gebissen und Ammenhaie und Riffhaie sind hier auch zu Hause…

Mit dem Dingi zurück zur Minna