08.01.2023 – Gute Fahrt für „Else Becker“

An den letzten Abenden haben wir ein symphatisches Paar kennengelernt, Petra und Achim mit ihrem Segelboot „Else Becker“. Die Beiden sind schon seit einigen Jahren unterwegs. Dieses Jahr soll es nun nach Hause gehen. Heute starten sie erstmal nach Grenada. Gegen Mittag bekommen wir aus der Ankerbucht eine Nachricht, dass die Beiden startklar sind und 15 Uhr den Anker lichten werden. Wir wollen sie vom Strand aus verabschieden und ihnen zuwinken. Wir werden uns bestimmt irgendwann irgendwo wiedersehen, spätestens im Spreewald. Dort wohnen die Zwei, wenn sie wieder in Deutschland sind.

Ansonsten haben wir heute nun endlich unsere Ankerkette wieder an Bord geholt und den Anker montiert. Die Winde funktioniert schon mal einwandfrei, sehr gut….

Während Andreas im Bauch der Minna verschwindet und sich wieder dem Einbau seines geliebten Wassermachers widmet, wird mein nächstes Projekt unser Unterwasserschiff sein. Es muss mit Antifouling gestrichen werden, um Bewuchs mit Algen, Seepocken und Muscheln zu verhindern bzw. zu minimieren. Diese Farbe ist selbstablösend, im Laufe der nächsten Monate wird sie unsere Minna für allerlei Meeresgetier schützen. Für diese Arbeit leih ich mir von einem deutschen Bootsnachbarn eine Lackierschale und einen schönen langen Lackroller. Die Walzen habe ich reichlich bei uns an Bord gefunden. Der hilfsbereite Nachbar, Pepino, ist ein echtes Unikat. Er ist seit mehr als 20 Jahren in Südamerika unterwegs. Mal mit und mal ohne Boot. Nun hat er sich ein altes, kleines Schiff in Martinique gekauft und renoviert es seit Monaten hier in Trinidad. Er träumt davon, mit einem schwimmenden Zirkus unterwegs zu sein. Wie das funktionieren soll…keine Ahnung, aber er wird das schon wissen.

Aber vorm Lackieren kommt das lästige Abkleben, dann beginne ich mit dem ersten Anstrich. Weit komme ich heute nicht, Karim, ein Arbeiter aus der Werft, leistet mir Gesellschaft, dreht sich einen dicken Joint (wie 99% der Leute hier) und zeigt mir Fotos seiner Kinder. Wir unterhalten uns lange, die Menschen sind völlig anders als in Deutschland, das stelle ich täglich immer wieder fest. Es fühlt sich ständig so an, als würde man alle schon ewig kennen. Ausnahmslos Jeder redet mit Jedem. So etwas würde ich mir in Deutschland wünschen.

„Else Becker“ segelt heute nach Grenada, wir winken zum Abschied

Der Einbau des Wassermachers geht voran

Pepino versorgt mich mit Lackierschalen

….und dieser kleine Kerl ist uns auch noch über den Weg gelaufen…